05
Feb 2016

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Kultusminister Andreas Stoch zu Besuch an der Hillerschule

Große Pläne, wenig Platz

Hillerschule braucht zusätzliche Räumlichkeiten – Ganztagsbetreuung auch für Sekundarstufe gewünscht

An sich geht es der Hillerschule gut: Die Schülerzahlen steigen, mehr als 40 Prozent kommen von auswärts und die Schüler haben die zusätzlichen Betreuungszeiten an der Grundschule gut angenommen. Wäre da nicht der Platzmangel, der den Lehrern und der Schulleitung Kopfzerbrechen bereitet.

Wenn der Kultusminister die eigene Schule besucht, schreibt man natürlich einen Wunschzettel, den man dem Politiker mit auf den Weg nach Stuttgart geben kann. Das hat auch die Leiterin der Hillerschule, Gabriele Straubmüller, getan, als kürzlich Kultusminister Andreas Stoch (SPD) in Steinheim zu Besuch war. Viel stand nicht drauf. Es gibt in der Hillerschule im Prinzip nur eine Baustelle – keine sprichwörtliche, sondern eine buchstäbliche: nämlich die Räumlichkeiten der Schule, die auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits Thema gewesen waren. Es mangelt mittlerweile schlichtweg an Platz.

Die Hillerschule bietet seit September 2014 im Grundschulbereich eine Ganztagsbetreuung an. Die zusätzliche Frühbetreuung von 7 bis 8.30 Uhr wird ab kommendem Montag durch eine Spätbetreuung von 15.30 bis 17 Uhr ergänzt. Eine Ganztagesbetreuung soll nun, so der Wunsch der Schulleitung, auch auf die Sekundarstufe der Hillerschule ausgeweitet werden. Möglich wäre das frühestens ab dem Schuljahr 2017/2018, zunächst für die Klassen fünf und sechs.

Auch Kultusminister Stoch machte bei seinem Besuch deutlich, dass eine solche Angebotserweiterung nicht nur generell eine gute Idee, sondern heutzutage auch dringend geboten sei, um sich als Schule halten zu können. Aber: „Eine Ganztagsbetreuung funktioniert eben nicht über acht oder neun Stunden in einem Klassenzimmer“, so Stoch.

Und genau hier liegt das Problem im Fall der Hillerschule: Es fehlt vor allem an Rückzugs- und Aufenthaltsräumen für die Schüler, in denen sie sich vor Beginn oder nach Ende des Unterrichts aufhalten können. Viele Räumlichkeiten der Grundschule sind zudem veraltet.

Die neue, moderne Schulmensa, gerade einmal zwei Jahre alt, reicht für den Grundschulbereich aus. Für eine mögliche Ganztagsbetreuung in der Sekundarstufe müsste man sich aber etwas einfallen lassen. Stoch ermutigte die Schulleitung und Vertreter der Gemeinde, sich um eine gute Konzeption zu bemühen, um sich Fördermittel zu sichern: „Wenn das Konzept stimmt, haben Sie gute Chancen.“ Vor Heidenheim brauche sich Steinheim als Schulstandort nicht zu fürchten. Im Gegenteil: Laut Konrektor Jürgen Gruhler zählten zu den auswärtigen Schülern – immerhin 43 Prozent der 615 Hillerschüler – zunehmend auch Kinder und Jugendliche aus der Heidenheimer Weststadt, aus Schnaitheim und Mergelstetten.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen könnte Steinheim sogar vom Strukturwandel profitieren“, so Stoch. „Der Punkt, an dem dies meist scheitern kann, sind die Transportmöglichkeiten zur Schule.“ Aber auch hier kann sich die Hillerschule kaum beklagen. „Die Busverbindungen sind gut“, so Konrektor Gruhler. Allein für die Schüler aus Böhmenkirch sei der Schul- und Heimweg etwas umständlicher.

So bleibt es vorerst bei dem einen zentralen Problem: dem Platzmangel und den teils in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten. Schulleiterin Gabriele Straubmüller zeigte sich nach dem Besuch Stochs optimistisch: „Wir haben nun die Bestätigung des Kultusministers, dass unser Schulstandort sinnvoll und wichtig ist. Jetzt müssen wir ihn zukunftssicher machen.“

Dabei hofft sie auf die Steinheimer Lokalpolitik: „Wir wissen, dass der Großteil des Gemeinderats positiv gestimmt ist und die Notwendigkeit einer Veränderung ebenfalls sieht.“

Carolin Wöhrle